Nippon Jiu - JitsuNippon = Japan Jiu = sanft, biegsam, anpassungsfähig, geschmeidig Jitsu = Kunst, Kunstfertigkeit ist eine Nahkampf- und Selbstverteidigungskunst, die hauptsächlich unbewaffnet, aber im historischen Stil des feudalen Japan auch unter Einbeziehung von Waffen (Katana, Bo, Tanto, Yawara- oder Shinbo) und Gegenständen des täglichen Lebens (Gürtel, Essstäbchen oder Schärpen) ausgeübt wurde. Jiu-Jitsu ist, bzw. war keineswegs die einzige (unbewaffnete) Kampfkunst Japans, viele Kampfschulen ("Ryu") gaben ihren Kampfstilen, die sich oft nur wenig voneinander unterschieden, eigene Namen (z.B. Kuguseku, Kempo, Kumiuchi, Tai-Jitsu).
Das System des Jiu-Jitsu setzt sich aus folgenden Teilbereichen zusammen:
Die verschiedenen Schulen, die zum Teil heute noch existieren (z.B. Tenchin-Shinyo-ryu, Takenouchiryu, Soseishitsu-ryu, Kito-ryu, Skiguchi-ryu), spezialisierten sich auf einzelne Teilbereiche; dem Volke gegenüber wurden diese Techniken, die allgemein sehr gefürchtet waren, streng geheimgehalten. Selbst bewaffnete und gut trainierte Kämpfer wurden nicht selten von Adligen oder Ninja unter Anwendung der "sanften Kunst" mit bloßen Händen oder der eigenen Waffe überwältigt; die Fähigkeit, einen Gegner mit wenigen Körperbewegungen scheinbar mühelos kontrollieren zu können, war dem Uneingeweihten unerklärlich und anlas zahlreicher Legenden.
Im 2. Weltkrieg war Jiu-Jitsu bei allen kriegsführenden Staaten Bestandteil der Ausbildung von Fallschirmjägern, Kommandotruppen und Spezialverbänden. Aus diesem Grund verboten die Alliierten in Deutschland nach 1945 durch das Kontrollratsgesetz die Ausübung des Jiu-Jitsu; erst in den 50er Jahren gelang es, dieses Gesetz wieder aufzuheben.
Jedoch wurde ab diesem Zeitpunkt von den meisten Vereinen Judo praktiziert, ein Wettkampfsport, der um 1900 von dem Japaner Jigoro Kano aus dem alten Jiu-Jitsu heraus entwickelt wurde, um ungefährliche sportliche Wettkämpfe durchführen zu können.
Kano entschärfte das klassische Jiu-Jitsu von sämtlichen gefährlichen Schlag-, Hebel-, Wurf- und Würgetechniken, sowie dem Nervenpressen und schuf einen Wettkampfsport, der sich innerhalb strenger Regeln bewegt. Jiu-Jitsu wird heute von mehreren Verbänden (oft in Verbindung mit Judo) gelehrt, meist fehlen jedoch die Elemente des klassischen Jiu-Jitsu der japanischen Feudalzeit, vor allem seit unter dem Namen "Ju-Jutsu" eine Zusammenstellung von Techniken zeitlich neuerer Kampfkünste (Judo, Karate, Aikido) Verbreitung gefunden hat. Wir lehren das klassische Jiu-Jitsu der japanischen Feudalzeit! |

